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Altbau reinigen: was Stuck, Dielen und drei Meter Deckenhöhe verlangen

Die Gründerzeitquartiere in Eimsbüttel, Ottensen, Eppendorf und Rotherbaum prägen das Bild der Stadt — und sie stellen an die Reinigung Anforderungen, die im Neubau nicht auftreten. Wer die vier Besonderheiten kennt, spart Zeit und vermeidet Schäden, die sich nicht rückgängig machen lassen.

Dielen: die empfindlichste Fläche der Wohnung

Originale Dielen sind geölt, gewachst oder versiegelt — und jede dieser drei Oberflächen verlangt eine andere Behandlung. Gemeinsam ist ihnen nur eines: Sie vertragen wenig Wasser. Stehende Nässe zieht in die Fugen, lässt das Holz quellen und stellt die Fasern auf; danach ist die Oberfläche rau und nimmt Schmutz schneller an.

Richtig ist der fast trockene Mopp: nebelfeucht, in Faserrichtung, ohne Tenside. Universalreiniger mit Tensiden hinterlassen auf geöltem Holz einen Film, der beim Trocknen als Schleier sichtbar wird — und der sich nur mit erneuter Behandlung entfernen lässt.

Büroreinigung
von 110.00 €
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OberflächeReinigungNicht verwenden
Geöltnebelfeucht, neutral, gelegentlich PflegeölTenside, Essig, Dampf
Gewachsttrocken bis nebelfeuchtWasser in Menge, Allzweckreiniger
Versiegeltfeucht, neutraler ReinigerScheuermittel, Dampf
Unbehandelttrocken kehren, punktuell feuchtflächiges Wischen

Stuck und Deckenkanten

Stuckprofile sammeln Staub in den Hohlkehlen, und weil sie drei Meter über dem Boden liegen, fällt das lange nicht auf — bis Licht von der Seite einfällt. Gereinigt wird trocken: weicher Staubwedel oder Bürste mit langem Stiel, von einem Ende zum anderen in einer Richtung.

Feucht sollte an Stuck nicht gearbeitet werden. Historischer Gipsstuck ist saugfähig, und die Farbschichten darauf sind oft alt; Wasser löst Kreide und hinterlässt Ränder. Bei starker Verschmutzung ist das eine Restaurierungsfrage, keine Reinigungsfrage.

Hohe Sockelleisten

Im Altbau sind Sockelleisten 10 bis 20 Zentimeter hoch und haben eine waagerechte Oberkante — eine Ablagefläche für Staub, die es im Neubau so nicht gibt. Sie gehört vor den Boden gereinigt, sonst fällt beim Abwischen alles auf die frisch gewischte Fläche.

Deckenhöhe: der unterschätzte Zeitfaktor

Drei Meter Raumhöhe bedeuten mehr Wandfläche, höher sitzende Fensterrahmen, Lampen außerhalb der Reichweite und Schränke, deren Oberkante niemand sieht. Für die Reinigung heißt das: Ohne Leiter oder Teleskopstiel bleibt ein Teil der Wohnung unberührt.

Praktisch wird deshalb im Altbau häufiger in zwei Ebenen gearbeitet — die erreichbare Zone bei jedem Termin, die obere Zone bei jedem dritten oder bei der jährlichen Grundreinigung.

Sprossenfenster

Ein Sprossenfenster hat statt einer Scheibe sechs bis zwölf Felder mit jeweils vier Kanten. Der Zeitaufwand liegt beim Vier- bis Fünffachen eines normalen Elements, der Preis bleibt bei 15 € je Element. Für eine Dreizimmerwohnung im Altbau mit acht bis zwölf Elementen kommen so 120 bis 180 € zusammen — mehr als in einem gleich großen Neubau, weil dort weniger Elemente stehen.

Kastendoppelfenster

In vielen unsanierten Altbauten stehen noch Kastenfenster mit zwei hintereinanderliegenden Ebenen. Sie haben vier Glasflächen statt zwei und einen Zwischenraum, in dem sich Staub und Insekten sammeln. Öffnen lassen sie sich meist über innenliegende Riegel; der Zwischenraum wird trocken ausgewischt.

Das ist ein eigener Arbeitsgang, der bei der Buchung genannt werden sollte — sonst wird er zeitlich nicht eingeplant.

Heizkörper aus Guss

Alte Rippenheizkörper haben tiefe Zwischenräume, in denen sich Staub verdichtet. Ein flacher Heizkörperbesen oder ein Staubsauger mit Fugendüse erreicht sie; abgewischt wird von oben nach unten, damit der gelöste Staub nach unten fällt und nicht in den bereits gereinigten Bereich.

Fugen zwischen den Dielen

Zwischen alten Dielen sitzen Fugen von wenigen Millimetern, in denen sich über Jahre Staub, Sand und Haare sammeln. Ein normaler Saugerkopf fährt darüber hinweg; nötig ist die Fugendüse, geführt in Richtung der Fuge, nicht quer.

Bei Fugen, die deutlich breiter geworden sind, sollte vor dem Wischen gesaugt werden, weil sonst Wasser den Schmutz nach unten in den Fugenraum spült. Das ist der Grund, warum Dielenböden manchmal nach dem Wischen dunkler aussehen als vorher.

Flügeltüren, Messingbeschläge, alte Griffe

Zum Altbaubestand gehören Flügeltüren mit profilierten Füllungen und Beschläge aus Messing. Die Türen sind zwei Flächen mit vielen Kanten — dort sammelt sich Staub oben auf den Profilen, sichtbar erst bei seitlichem Licht.

Messing verträgt keine Scheuermittel und keine säurehaltigen Reiniger. Wo die Patina gewollt ist, genügt trockenes Abwischen; wo poliert werden soll, ist das eine eigene Behandlung mit passendem Mittel — und eine Entscheidung, die Sie treffen sollten, nicht die Reinigungskraft.

Was im Altbau schneller geht

Nicht alles ist aufwendiger. Große, klar geschnittene Räume ohne Einbauten sind schneller gewischt als verwinkelte Neubaugrundrisse, und Dielen brauchen weniger Wasser, also auch weniger Zeit zum Nachtrocknen. Der Mehraufwand konzentriert sich auf Fenster, Sockelleisten und die obere Zone.

Der typische Ablauf

  1. Obere Zone: Stuck, Schrankoberkanten, Lampen — trocken
  2. Fensterrahmen und Falz, dann Glas
  3. Sockelleisten und Heizkörper
  4. Bad und Küche
  5. Dielen zuletzt, nebelfeucht, von hinten zur Tür

Was Sie bei der Buchung angeben sollten

  • Bodenbelag: geölt, gewachst, versiegelt oder unbehandelt
  • Sprossen- oder Kastenfenster
  • Deckenhöhe über 2,80 m
  • Stuck vorhanden
  • Zahl der Fensterelemente

Diese fünf Angaben bestimmen im Altbau den Zeitbedarf stärker als die Quadratmeterzahl.

Feuchtigkeit in Erdgeschoss- und Souterrainwohnungen

In den Gründerzeitbauten der Hamburger Innenstadtquartiere liegen viele Wohnungen im Hochparterre über einem Kellergeschoss ohne durchgehende Sperrschicht. Die Folge ist eine höhere Grundfeuchte in Bodennähe — sichtbar an dunklen Rändern hinter Möbeln und an muffigem Geruch in geschlossenen Schränken.

Reinigung löst das nicht, aber sie verschärft es auch nicht, solange mit wenig Wasser gearbeitet wird. Wichtig ist die Reihenfolge: erst reinigen, dann lüften, und Möbel erst zurückstellen, wenn der Boden vollständig trocken ist.

Häufige Fragen

Darf man Dielen mit Dampf reinigen? Nein. Hitze und Feuchtigkeit zusammen sind für Holz die ungünstigste Kombination.

Was tun gegen knarrende, raue Stellen? Das ist meist eine Pflegefrage — bei geölten Böden hilft Pflegeöl, bei versiegelten nur eine Neuversiegelung.

Wie oft sollte Stuck gereinigt werden? Ein- bis zweimal im Jahr genügt, am besten im Rahmen einer Grundreinigung.

Gilt das auch für sanierte Altbauten? Wenn Dielen durch Fertigparkett ersetzt wurden, gelten die Regeln für versiegelte Böden; Stuck und Fenster bleiben, wie sie sind.

Für die Stadtteile mit dem größten Altbaubestand gibt es eigene Seiten: Eimsbüttel, Ottensen und Eppendorf.

Warum im Altbau öfter gelüftet werden muss

Hohe Räume, alte Fenster und massive Außenwände ergeben ein anderes Feuchteverhalten als ein gedämmter Neubau. Nach dem Wischen bleibt die Feuchtigkeit länger in der Luft, besonders im Winter, wenn wenig gelüftet wird.

Praktisch heißt das: nach dem Reinigen einmal quer lüften, fünf bis zehn Minuten. Das trocknet die Böden schneller, als es Heizen tut, und verhindert, dass sich die Feuchte an den kältesten Stellen der Außenwand niederschlägt.

Zeitbedarf im Vergleich

Wohnung, 75 m²AltbauNeubau
Böden50 min, nebelfeucht40 min
Sockelleisten25 min10 min
Fenster, je Element20–25 min (Sprossen)8–10 min
Obere Zone, Stuck20 minentfällt
Bad und Küche90 min90 min

Bad und Küche sind identisch — der Unterschied entsteht ausschließlich an Böden, Leisten, Fenstern und der oberen Zone. Genau das erklärt, warum ein Altbautermin länger dauert, obwohl die Fläche gleich ist.

Was die Reinigungskraft mitbringt

Für Altbauten gehört anderes ins Gepäck als für Neubauwohnungen: neutraler Reiniger ohne Tenside, ein Mopp, der sich gut auswringen lässt, eine Fugendüse, ein Teleskopstiel für die obere Zone und ein weicher Wedel für Stuck. Standard-Allzweckreiniger und ein tropfnasser Wischmopp sind hier die häufigste Ursache für Schäden.

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Bildnachweis: „Schule Kielortallee in Hamburg-Eimsbüttel (5)“ von Minderbinder, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 4.0.

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